c/o Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20, 21107 Hamburg, Germany

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Geflüchtete

Die Spiele mag ich am liebsten in der Zirkusstunde. Und Franco ist ein lustiger Clown. Wir haben immer ganz viel gelacht.

Mavina, 9 Jahre

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In Wilhelmsburg kommen immer mehr Flüchtlinge, auch viele Kinder, an. Ein Teil davon ist traumatisiert, lebt in schwierigen Übergangsverhältnissen in Flüchtlingscamps und blickt in eine unsichere Zukunft.  Der Zirkus Willibald hat sich sehr früh ab Sommer 2015 dieser sehr schwierigen Situation gestellt und vielerlei unterschiedliche Aktivitäten für und mit Flüchtlingskindern im Camp an der Dratelnstraße durchgeführt. Neben einzelnen kleinen Auftritten im Camp waren das vor allem ein regelmäßiges Zirkus-Mitmach-Angebot sowie Einladungen für Kinder und Eltern zu großen Veranstaltungen im Bürgerhaus.

Ab Mitte April 2016 wollen wir regelmäßig ein- bis zweimal in der Woche zunächst im Flüchtlingscamp Kurdamm, dann auch immer wieder zu Veranstaltungen im Bürgerhaus und an der Stadtteilschule mit 10-20 Kindern im Alter von 6 -14 Jahren spielen, uns bewegen und vor allem Zirkustechniken einüben. Diese sollen später zu unterschiedlichen Anlässen mit anderen Schul- und Zirkus-Gruppen zusammen künstlerisch weitergeführt und präsentiert werden. In den Hamburger Schulferien soll es gemeinsame Ausflüge und Workshops geben. Zu besonderen Anlässen sollen die beteiligten Kinder vor allem mit den Zirkuskindern des Zirkus Willibald gemeinsam üben, sich weiterentwickeln, zuschauen und auch auftreten, wie z. B. bei der Aufführung und Mitmachaktion „Zirkus macht stark“ im und um das Bürgerhaus und dem Hamburger Kinder- und Jugendzirkusfestival im Juni u. ä. Aktivitäten.

Geleitet und organisiert wird das Projekt von Franco Gil, einem argentinischen Künstler, Clown und Artisten, der schon seit vielen Jahren Kinder- und Kulturprojekte in Argentinien und Deutschland leitet. Er soll von einigen Jugendlichen der Profilklasse ZEBRA* der Stadtteilschule Wilhelmsburg unterstützt wird.

Ziel des Projekts ist es, neben dem Spaß, der Abwechslung und der circensisch-künstlerischen Arbeit für die Kinder, auch eine schrittweise Integration voranzutreiben, indem die Kinder nicht nur gestärkt und spielerisch über die Bewegung und den Zirkus an die deutsche Sprache herangeführt werden, sondern regelmäßig aus dem Camp begleitet werden, dort vielfältige Kontakte knüpfen und künstlerisch-circensische Erfahrungen sammeln können. Dabei spielen die Jugendlichen von ZEBRA eine besondere Rolle. Die meisten waren selbst schon kleine Zirkusartisten, sie sind mit 15 Jahren auch noch recht jung und einige kennen die Sprachen der Flüchtlingskinder.

Unter dem Motto „Willibalds Tor zur Welt“ soll darüber hinaus versucht werden, besonders auch durch die Erfahrungen und Anregungen der Flüchtlingskinder gegenseitig Neues zu erlernen, sich weiterzuentwickeln und zusammen das „Tor zu neuen Welten“ aufzubrechen. Dies alles soll schrittweise und systematisch aufeinander aufgebaut werden und in verschiedenen Blöcken und bei unterschiedlichen Veranstaltungen geschehen.